Die Zeit zwischen den Völkerwanderungen und dem Mittelalter war prädestiniert dafür,
dass jeder Haushalt sein eigenes Bier herzustellen pflegte. Die Frauen einer Familie brauten ihr Bier genau so selbst- verständlich, wie sie ihr Brot buken.
In Mesopotamien z.B. zerstampften die Frauen ihr Bierbrot - Fladenbrot - in Mörsern, dann setzte man Wasser zu und ließ den Brei gären - fertig war das Bier.
Dieses war natürlich, wegen des fehlenden Hopfens, nicht besonders lange haltbar, und musste "schnell" getrunken werden. Nach jedem Brauvorgang - der keinesfalls immer gelang - lud man die Nachbarn zum Sudkränzchen ein. Aus diesem Brauch entwickelte sich später das berühmte "Kaffeekränzchen".
Bier war also Frauensache. Das änderte sich erst, als man in den Klöstern anfing, nach einem geeignetem Getränk zu den Malzeiten zu suchen, die vor allem in der Fastenzeit mitunter recht mager ausfielen. - ( Siehe Latzenbier.)
Die Verbreitung des christlichen Glaubens, kam der Sache natürlich zu Gute. Zur ersten Jahrtausendwende, blickte man schon auf ca. 200 Jahre Braukunst zurück.
Mönche waren es auch, die erstmalig Versuche mit Hopfen zum Würzen des Bieres machten. Da das Wasser zu dieser Zeit oft ungenießbar war, und Bier ja gekocht wurde, war Bier "das" alternative Getränk und Lebensmittel überhaupt.
